Ernährung

Eine Änderung der Nahrungsaufnahme besonders in Kombination mit Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie kann zu einer guten Gewichtsreduktion führen, wobei hervorzuheben ist, dass insbesondere die multimodale Therapie effektiver zu sein scheint, als Einzeltherapieansätze.

 

 

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Die Beratung hinsichtlich einer gesunden und kalorien-reduzierten Ernährung sollte stets durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden. Zur effektiven Reduktion des Körpergewichts sollte ein Kaloriendefizit (Differenz zwischen Nahrungsaufnahme und Kalorienverbrennung) von ca. 500 kcal pro Tag angestrebt werden. Um dieses Ziel zu erreichen sollten eine Reduktion der Fettaufnahme (z.B. Begrenzung der Fettaufnahme auf 60 g pro Tag) oder der Kohlenhydrataufnahme oder eine Kombination aus beidem angestrebt werden. In Abhängigkeit von der Situation des Patienten kann der zeitlich begrenzte Einsatz von Formulaprodukten (Flüssignahrung) mit einer Energiezufuhr von 800-1200 kcal pro Tag erwogen werden. Darüber hinaus wird eine Aufteilung der Nahrungsaufnahme auf drei Hauptmalzeiten (Frühstück, Mittagessen und Abendessen) empfohlen. Besonders Zwischenmahlzeiten in Form von Süßigkeiten und oder energiereichen Snacks aber auch Obst sollten vermieden werden. Dies ist vor allem dadurch begründet, dass neben der höhen Kalorienzufuhr es zu einer vermehrten Ausschüttung von körpereigenem Insulin kommt. Insulin ist ein Hormon, welches zur Reduktion der Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme vermehrt aus der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird. Dies hat zur Folge, dass das Sättigungsgefühl nur kurz anhält und kurz darauf wieder vermehrt Hunger empfunden wird. Zudem sorgt dieses Hormon für eine vermehrte Fetteinlagerung ins Gewebe. Da darüber hinaus bei einer Gewichtsreduktion neben dem Verlust von Fettmasse auch ein Verlust der Muskelmasse zu erwarten ist, sollte auf eine ausreichende Proteinzufuhr geachtet werden. Wichtig ist es besonders einseitige Ernährungsformen nicht über einen längeren Zeitraum durchzuführen und auf eine vielfältige Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr (2-2,5 l pro Tag) zu achten. Im Vordergrund einer konservativen Behandlung steht neben der initialen Gewichtsreduktionsphase insbesondere der anschließende Gewichtserhalt. Hier kann eine ausgewogene Ernährung z.B. auch eine sog. mediterrane Ernährung, welche reichhaltig an ungesättigten Fettsäuren ist, helfen. Zudem hilft die mediterrane Ernährung nachweislich das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkt zu reduzieren.

Außer in speziellen Einzelfällen, sollte vor einer geplanten bariatrischen Operation immer eine Ernährungstherapie unter ärztlicher Begleitung und Schulung durch ernährungsmedizinisches Fachpersonal erfolgen.